Rohrkamera Test 2017

Die sogenannte Rohrkamera wird auch als Kanalkamera oder Inspektionskamera bezeichnet. Sie wird von verschiedenen Berufsgruppen wie zum Beispiel Kanalarbeitern eingesetzt, um nicht begehbare Bereiche in der Kanalisation untersuchen zu können. Hierzu zählen unter anderem Rohre. Rohrkameras sind außerdem zur Untersuchung von Abflussleitungen geeignet.

Die Rohrkamera ist als Schiebekopfkamera oder als Variante mit Fahrgestell erhältlich. Für die meisten Einsätze reicht eine Schiebekopfkamera jedoch völlig aus. Die Kamera wird dabei an ein sogenanntes Schiebekabel angeschlossen. Das Kabel mit der Rohrkamera kann im Anschluss leicht in das zu untersuchende Objekt eingeführt werden. Die Stromzufuhr erfolgt dabei über das Schiebekabel, das gleichzeitig auch für die Datenübertragung dient. Um überhaupt etwas erkennen zu können, ist die Rohrkamera mit einem Lichtmodul ausgestattet, das sich für gewöhnlich direkt am Objektiv der Kamera befindet. So ist eine besonders gute Ausleuchtung sichergestellt.

Rohrkameras mit Fahrgestell werden nur in Bereichen eingesetzt, die mit einer Schiebekopfkamera nicht zu erreichen sind. Diese Modul-Kameras verfügen meist über einen Raupen-Antrieb und werden überwiegend von Profis verwendet.

 

Anwendungsgebiete für Rohrkameras

Rohrkameras kommen immer dann zum Einsatz, wenn zum Beispiel ein Rohrbruch vermutet wird. Rohrkameras dienen zur Überprüfung des Innenzustandes von Entwässerungssystemen. Mit Hilfe des Gerätes wird auch der Rohrleitungsverlauf überprüft, wenn keine Pläne zum Entwässerungssystem vorliegen.

Die Rohrkamera hilft außerdem dabei, vermutete oder bereits entstandene Schäden sowie Bau- und Installationsmängel festzustellen. Kleine Risse, Rohrbrüche, Kalk- und Schmutzablagerungen sowie Korrosionsschäden, Muffenversätze, Abflusshindernisse durch Bauschutt, Dichtungen und Wurzeleinwuchs können mit einer Rohrkamera aufgefunden und im Anschluss durch entsprechende Maßnahmen behoben werden. Das betroffene Rohr oder die Leitung muss also nicht erst komplett freigelegt werden, ehe man den Fehler findet. Nach der Untersuchung muss gegebenenfalls nur der Bereich an der defekten Stelle erneuert werden.

Rohrkameras sind für verschiedene Reichweiten erhältlich. Die Reichweite beträgt meist 50 Meter, wobei es auch Schiebekabel gibt, die eine noch höhere Reichweite ermöglichen. Rohrkameras finden ihren Einsatz unter anderem in Haushalten, zur Inspektion von Kanalsystemen, für Industrieanlagen, öffentliche Gebäude und Kaufhäuser.

Überdies eignet sich die Rohrkamera für die Untersuchung von Abwassertanks, Schornsteinen, Lüftungsschächten, Hohlräumen, Brunnen, Elektroinstallationsschächten, Heiz- und Kühlkanälen und vieles mehr.

Handhabung und Leistungsmerkmale

Rohrkameras sind in verschiedenen Größen erhältlich. Kleinere Kameras werden oft auch für den Hausgebrauch verwendet. Bei größeren Geräten erfolgt die Handhabung für gewöhnlich durch einen Profi. Bei großen Kameras ist für einen guten und sicheren Stand des Gerätes zu sorgen. Mit Hilfe des Schiebekabels wird die Rohrkamera in das zu untersuchende Rohr eingeführt. Die Kamera kann mit einem integrierten Bildschirm ausgestattet sein. Ist dies nicht der Fall, kann an die Kamera ein Computer oder Monitor angeschlossen werden. Darüber hinaus sind Rohrkameras erhältlich, die sich mit dem Smartphone verbinden lassen. Die Rohrkamera nimmt Livebilder auf. Mit geeigneten Modulen ist es möglich, die Kamera für Videoaufnahmen aufzurüsten. So können nicht nur Bilder, sondern auch Videos für die spätere Nachbetrachtung aufgenommen werden. Rohrkameras bieten durch ihre hohe Auflösung eine sehr gute Bildqualität. Kleinste Details sind mit Hilfe der Kamera zu erkennen.

Damit überhaupt eine Bildwiedergabe stattfinden kann, verfügt die Rohrkamera über einen Lichtleiter, einen Bildleiter und eine Lichtquelle. Als Lichtquelle dienen meist LEDs, da sie sehr wenig Energie benötigen und der Akku des Gerätes somit länger hält. Die Lichtstärke ist dabei in der Regel individuell einstellbar.

Der Bildleiter besteht aus tausenden Glasfasern, die einen Durchmesser von bis zu 10 µm haben. Der Durchmesser der Glasfasern bestimmt die Auflösung. Sie beträgt je nach Dicke der Glasfasern zwischen 3.000 und 42.000 Pixeln. Die Glasfasern übertragen Informationen zur Helligkeit und zu den Farben. Dadurch entsteht das eigentliche Bild. Während der Bildzusammensetzung kann es zu einem sogenannten Moiré-Effekt kommen. Dadurch wird das Bild in einer schlechteren Qualität wiedergegeben. Damit dies nicht geschieht, verfügen moderne Rohrkameras über einen hochwertigen CCD Chip.

Das Leuchtmodul besteht aus einer kreisförmigen Leiterplatte mit einer Halogenlampe oder energiesparenden LEDs. Halogenlampen verbrauchen mehr Energie. Dies geht zu Lasten der Akkulaufzeit, dafür wird das zu untersuchende Rohr oder der Abfluss jedoch heller ausgeleuchtet. Viele Rohrkameras bieten durch zwei verschiedene Leuchtkörper eine sehr gute Ausleuchtung. Dies ist nur durch ein patentiertes Verfahren der Leiterplatte möglich.

 

Zubehör für Rohrkameras

Mit Zubehör lässt sich die Rohrkamera um nützliche Funktionen erweitern, sodass die Arbeit mit der Kamera noch effektiver ist. Mit Hilfe von Akkupacks kann die Akkulaufzeit auf bis zu 12 Stunden erhöht werden. Für Rohrkameras sind außerdem digitale Videorecorder erhältlich, mit denen sich Bilder und Videos für die Nachbetrachtung aufnehmen lassen. Wenn die Kamera nicht mit einem integrierten Monitor ausgestattet ist, lohnt sich die Anschaffung eines Aluminiumgehäuses, mit dem ein Monitor zur Live-Betrachtung an die Kamera montiert werden kann.

 

Vor- und Nachteile von Rohrkameras

Mit Hilfe einer Rohrkamera ist es möglich, Dinge zu betrachten, die für das bloße Auge und auch für gewöhnliche Kameras nicht sichtbar sind. Rohrkameras verfügen schließlich über ein Schiebekabel, mit dem die Kamera in Rohrleitungen eingeführt werden kann, um sie von innen zu betrachten. Dadurch bieten die Geräte zahlreiche Anwendungsgebiete. Moderne Rohrkameras bestechen außerdem durch ihre sehr gute Bildqualität. Mit Zubehörteilen lässt sich die Rohrkamera erweitern. Besonders nützlich ist zum Beispiel ein digitaler Videorecorder, mit dem Videos für die spätere Ansicht aufgenommen werden können. Wenn ein Fehler oder Defekt in einer Rohrleitung vermutet wird, muss das Rohr dank der Rohrkamera nicht komplett freigelegt werden. Die Kamera wird einfach in das Rohr eingeführt und über den Bildschirm ist die defekte Stelle oder die Behinderung durch Verschmutzungen und Ablagerungen sichtbar. Im Anschluss wird dann nur die schadhafte Stelle der Rohrleitung freigelegt. Dadurch lässt sich Zeit und Geld einsparen und das bei geringem Arbeitseinsatz.

Viele Bereiche sind dem Menschen nicht zugänglich. Die Rohrkamera macht sehr hoch- oder tiefliegende Bereiche für den Menschen sichtbar. Das Gerät leuchtet schwer zu erreichende Rohre aus. In den meisten Fällen reicht eine Schiebekabellänge von 50 Metern aus. Schiebekabel sind jedoch in verschiedenen Längen erhältlich, sodass es für jeden Einsatz ein passendes Kabel gibt. Rohrkameras sind ideal für den Einsatz in Industrieanlagen, der Kanalisation, in öffentlichen Gebäuden und Kaufhäusern sowie für die Inspektion von Rohrleitungen und Abflüssen.

Der einzige Nachteil ist der Preis, den der Kauf einer Rohrkamera mit sich bringt. Das Gerät kann je nach Ausstattung mehrere tausend Euro kosten und wird daher meist nur von Spezialisten eingesetzt.

Pflege und Reinigung von Rohrkamera

Die Rohrkamera sollte nach jedem Gebrauch sorgfältig gereinigt werden. Nur dann ist sichergestellt, dass sie hochqualitative Bilder liefern kann. Durch Staub, Schutt, Feuchtigkeit, Sand und andere Verschmutzungen kann die Kamera verunreinigt werden. Bei leichten Verunreinigungen reicht es für gewöhnlich aus, die Kamera mit einem weichen feuchten Tuch zu reinigen. Die Bedienknöpfe lassen sich leicht mit einem Pinsel von Staub befreien. Das Gerät lässt sich teilweise in Einzelteile zerlegen. So ist es leichter, es zu reinigen.

Bei stärkeren Verschmutzungen wird ein Reinigungsmittel benötigt. Geeignet sind Reiniger oder Reinigungssprays für Computerzubehör. Scheuermittel oder aggressive Reiniger dürfen nicht verwendet werden, da sie das Gerät beschädigen könnten. Besondere Sorgfalt ist bei der Lichtquelle und dem Objektiv geboten.

Weitere Informationen

Worauf sollte man beim Kauf einer Rohrkamera achten?

Zunächst sollte man sich gut überlegen, für welchen Zweck man die Rohrkamera benötigt. Wenn nicht zusätzlich ein Monitor oder Laptop mit zum Einsatzort mitgenommen werden soll oder kann, lohnt sich der Kauf einer Rohrkamera mit integriertem Bildschirm. Bei der Auswahl des Gerätes kommt es unter anderem auf eine hohe Bildauflösung an. Bei einer niedrigen Auflösung sind die Details möglicherweise nicht gut genug sichtbar. Kleinere Bildschirme bieten eine geringere Auflösung als größere Monitore.

Eine geringe Auflösung von 240 x 320 Pixel reicht für die Untersuchung von Rohren und Abflüssen aus. In Bereichen, in denen Feinheiten näher betrachtet werden müssen, wie in Maschinen und stark verwinkelten Rohrsystemen, kommt es auf eine hohe Auflösung an.

Sehr wichtig ist der Öffnungswinkel der Rohrkamera. Dieser sollte möglichst breit ausfallen. Sonst könnte es sein, dass das Kamerabild sich nur auf die Mitte konzentriert und Defekte am äußeren Innenrand der Rohrleitung nicht zu erkennen sind.

 

5 Gründe, die für eine Rohrkamera sprechen

  • vielseitige Einsatzmöglichkeiten
  • Livebilder in Echtzeit
  • geringer Arbeitsaufwand
  • wartungsarm
  • Rohrleitungen müssen bei Defekten nicht komplett freigelegt werden
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